Voraussetzungen für die Deutsche Verbraucher – Insolvenz

  1. Welche Voraussetzungen muss man für das Verfahren erfüllen?

    Die Höhe der Schulden spielt ebenso wenig eine Rolle wie die Zahl der Gläubiger.

  2. Welche Anforderungen werden an den Schuldner in der Wohlverhaltensphase gestellt?

    Der Schuldner darf geerbtes Vermögen genau so wenig wie andere Vermögenszuwächse wie z.B. Schenkungen, Lottogewinne usw. verschweigen. Wenn er arbeitslos ist muss er im Zweifel jede zumutbare Arbeit annehmen (siehe 1 Euro Jobs). Arbeitsplatz- bzw. Wohnortwechsel müssen angegeben werden.

  3. Für wen lohnt sich das Verbraucherinsolvenzverfahren?

    Wirtschaftlich gesehen macht das Verbraucherinsolvenzverfahren dann keinen Sinn, wenn Sie innerhalb der 6 Jahre Ihre Schulden auch so bezahlen könnten, so dass die Anwalts- und Verfahrenskosten nicht in einem angemessenen Verhältnis zum Erfolg stehen. Durch die Einleitung des Verfahrens können Sie vor allem erreichen, dass der Gerichtsvollzieher nicht ständig vor Ihrer Tür steht und die verschiedenen Gläubiger Einzelvollstreckungsmaßnahmen durchführen. Eventuell kann außergerichtlich sogar bereits ein Teilschuldenerlass mit dem Gläubiger erreicht werden.

  4. Muss man den Gläubigern unbedingt etwas anbieten können?

    Nein, das ist nicht zwingend. Es gibt auch so genannte „Null-Fälle“, denn oft können die Schuldner den Gläubigern gar nichts anbieten, da sie bereits vom Existenzminimum leben.
    Auch in diesen Fällen kann das Verbraucherinsolvenzverfahren unbeschadet eingeleitet werden. Einen außergerichtlichen Teilschuldenerlass wird man allerdings dann wohl nicht erreichen können, da man den Gläubigern keine Gegenleistung anbieten kann.

  5. Was benötige ich für Unterlagen für den Verbraucherinsolvenzantrag?

    Dazu haben wir die entsprechenden Formulare und Checklisten, damit nichts vergessen geht. Sie sollten als erstes alle Adressen Ihrer Gläubiger heraussuchen und alle Schreiben an Sie sowie Mahnbescheide, Vollstreckungsbescheide usw. sortieren.

  6. Was kann das Verbraucherinsolvenzverfahren nicht?

    Wenn z.B. Banken Ihren Hauskredit mit Hypotheken oder Grundschulden auf Ihrem Grundstück bereits gesichert haben, dann können die selbstverständlich das HausGrundstück versteigern lassen. Das Verbraucherinsolvenzverfahren kann also kein Vermögen erhalten, sondern lediglich den Schuldenerlass bewirken.
    Wichtig: so genannte „deliktische“ Forderungen fallen nicht unter den Schuldenerlass. Dies sind solche Forderungen, die nicht aufgrund eines Vertragsverhältnisses bestehen (etwa Ansprüche nach einem (Auto-)Unfall, Schmerzensgelder, Schadensersatz nach Betrug etc.).
    Vertragliche Schulden, die unter den Schuldenerlass fallen, sind etwa Schulden aufgrund eines Darlehensvertrages mit einer Bank, Handwerkerrechnungen, Telefongebühren aufgrund des Vertrages mit der Telefongesellschaft etc.

  7. Selbstständige in der Insolvenz

    Selbstständige können nur dann in das Verbraucherinsolvenzverfahren gehen, wenn sie nicht mehr als 20 Gläubiger haben. Zudem ist das Verbraucherinsolvenzverfahren dann ausgeschlossen, wenn für frühere Angestellte noch Löhne oder Sozialversicherungsbeiträge offen sind.
    Für diese Fälle bleibt jedoch der Gang in das Regelinsolvenzverfahren (siehe unsere spezielle Seite hierzu). Auch hier steht also der Weg in den staatlichen Schuldenerlass offen, nur der formale Ablauf ist etwas anders geregelt.
    Ein außergerichtlicher Einigungsversuch ist im Regelinsolvenzverfahren nicht notwendig. Es kann sofort der Antrag bei Gericht gestellt werden. Manchmal, insbesondere wenn der Selbstständige den Gläubigern noch etwas anbieten kann, kann ein außergerichtlicher Schuldenbereinigungsversuch dennoch sinnvoll sein. Teilschuldenerlasse von mehr als 80% sind keine Seltenheit.