Ablauf der Verbraucherinsolvenz

Dauer des Verfahrens

Egal, ob Sie 5.000 €, 50.000 € oder 500.000 € an Schulden haben, bei Durchführung des Verbraucher-Insolvenzverfahrens können Sie nach 6 Jahren bereits schuldenfrei sein! Ab 1. Juli 2014 gibt es noch einige Erleichterungen, wenn Sie z.B. 35% Ihrer Schulden gleich bezahlen können… aber hier kommt es auf den Einzelfall an.

Übersicht zum Verbraucherinsolvenzverfahren

  1. Zunächst brauchen wir Ihre persönlichen Daten (Name, Adresse, Einkommen, etc.), Namen und Anschriften Ihrer Gläubiger sowie den entsprechenden Schuldenstand bei den einzelnen Gläubigern, evtl. Mahn- und Vollstreckungsbescheide.
  2. Unserer Kanzlei schreibt dann die Gläubiger außergerichtlich an. In diesem Verfahrensstadium wird versucht, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen und dabei Teilschuldenerlasse auszuhandeln. Vielfach leben die Schuldner unterhalb des Existenzminimums und können den Gläubigern nichts anbieten. Dies müssen Sie auch nicht.
    Wir bilden in unserem Vergleich das gerichtliche Verfahren 1 zu 1 ab und bieten für diesen Fall den Gläubigern einen sog. flexiblen Nullplan an. Sie zahlen also nur dann etwas an die Gläubiger, sofern Sie in den nächsten 6 Jahren wieder mehr als das Existenzminimum verdienen sollten. Nach Ablauf der 6 Jahre müssen die Gläubiger auf die Restschuld verzichten.
    Andere Vergleichsangebote wie Einmalzahlungen, feste Raten, usw. werden mit Ihnen vorab besprochen und Vor- und Nachteile abgewogen.
  3. Sollte eine außergerichtliche Einigung nicht erzielt werden können, so sind wir als Rechtsanwälte berechtigt, Ihnen die für die Einleitung des gerichtlichen Verfahrens notwendige Bescheinigung auszustellen, die belegt, dass eine außergerichtliche Einigung ernsthaft versucht wurde aber erfolglos blieb.
  4. Wir stellen für Sie bei dem für Sie zuständigen Insolvenzgericht den Antrag auf Eröffnung des Verbraucher-Insolvenzverfahrens mit anschließender Restschuldbefreiung.
  5. In dem nun beginnenden Gerichtsverfahren können die Gläubiger ihre Forderungen zur Insolvenz anmelden. Einzelvollstreckungen von Gläubigern mittels Gerichtsvollzieher etc. sind dann nicht mehr erlaubt. Das Gericht prüft zunächst, ob verwertbares Vermögen vorhanden ist, das an die Gläubiger verteilt werden kann.
  6. Danach beginnt die „Wohlverhaltensperiode„, die 6 Jahre dauert und von einem Treuhänder begleitet wird, den das Gericht einsetzt.
    Sollten Sie in dieser Zeit Einkünfte oberhalb der Pfändungsfreigrenzen, also des Existenzminimums haben, so wird der überschießende Betrag über ein Treuhänderkonto an die Gläubiger abgeführt. Dies ließe sich jedoch auch ohne Verbraucherinsolvenzverfahren nicht verhindern. Der Schuldner hat sich insofern „wohl“ zu verhalten, als er alle Einkommens- und Vermögenszuwächse sowie sonstige Veränderungen seiner Verhältnisse unaufgefordert mitzuteilen hat.
  7. Sind die 6 Jahre vorbei, erlässt das Gericht bei Vorliegen aller Voraussetzungen die Restschulden. Noch offene Forderungen der Gläubiger sind damit erloschen.

Eine Frage, die immer wieder gestellt wird:

wie steht es mit den Kosten der Privatinsolvenz?

Wer überschuldet ist, hat natürlich auch kaum Geld für einen Rechtsanwalt und die Gerichtskosten. Der Staat hilft hier in der Regel, indem die Gerichtskosten von der Staatskasse auf Antrag gestundet werden können.